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Aktualisierung 16. Dezember 2021


 (4) Jedes Jahr zum TüV

ITV – „Inspección Técnica de Vehículos“. Das ist der spanische TÜV. Ältere Fahrzeuge müssen in Spanien jährlich zur TÜV-Untersuchung. Unseren VW-Polo haben wir 2001 in Berlin gekauft und 2008 mit nach Teneriffa genommen. Das bedeutet, der Wagen muss schon seit vielen Jahren jährlich zum ITV. Wir lassen das von der Werkstatt „Servicio el Botanico“ in der Nähe machen, zugleich mit einer Überprüfung und Wartung. Der Hausmeister unserer Wohnanlage hat uns die Werkstatt empfohlen. Sie ist zuverlässig und preiswert. Der ITV auch. Nicht annähernd so teuer wie der deutsche TÜV.
 

ITV-Inspektionen werden sowohl von staatlichen Organisationen als auch von privaten Firmen (die eine zeitlich befristete Lizenz bekommen) durchgeführt. Auch z.B. der deutsche TÜV-Rheinland hat mit einer Tochtergesellschaft in verschiedenen Regionen Spaniens Prüfstationen. Durch die Konkurrenz verschiedener Inspektions-Firmen ist die Kundenorientierung groß. Man merkt das u.a. an der zügigen Terminvergabe. Termine für die Inspektion können im Internet gebucht werden, die Wartezeit ist kurz. Manche Stationen kann man auch ohne Voranmeldung anfahren. Die Inspektions-Gebühren werden von den Regional-Regierungen festgelegt. Fahrzeugprüfungen in Werkstätten sind in Spanien aber nicht zugelassen. 


Die Gebühr für die jährliche Prüfung beträgt 32 EUR, einschließlich der Verbrauchssteuer, die I.G.I.C. - „Impuesto General Indirecto Canario“, und einer Gebühr für die „DGT – Direction General de Trafico“.
 

Auf den kanarischen Inseln gibt es keine Mehrwertsteuer. Hier wird eine Verbrauchssteuer (die I.G.I.C.) von 7 % (auf bestimmte Waren noch weniger) erhoben, statt der in Spanien geltenden Mehrwertsteuer von 21 %. Das macht das Leben auf den Inseln preiswerter.

Die Kanaren gehören als spanisches Staatsgebiet zur Europäischen Union. Aber sie sind hinsichtlich der Zoll- und Steuerbestimmungen ein Sondergebiet, wie es viele in der EU gibt.

Die Sonderregelung für die kanarischen Inseln geht bis auf die Zeit nach der Eroberung durch die Spanier zurück. Damals gewährte das spanische Königreich (Krone von Kastilien) den kanarischen Inseln wirtschaftliche und steuerliche Sonderrechte, um die Entfernung vom spanischen Festland auszugleichen. Ende des 19. Jahrhunderts förderte ein Freihandelsgesetz die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere den Bananen- und Tomatenexport. Die spanische Verfassung von 1978 (nach dem Ende der Franco-Diktatur) bestätigte die Sonderrechte. Bei dem Beitritt Spaniens zur damaligen EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) und später in der EU wurde die besondere Besteuerung für die kanarischen Inseln beibehalten.

 

Sonderzonen gibt es einige in der EU. Meistens wurden sie für die entlegenen Gebiete der EU-Staaten gebildet, so für die in das Staatsgebiet eingegliederten ehemaligen Kolonialgebiete Frankreichs, Spaniens und der Niederlande, die wie die kanarischen Inseln weit ab von Europa liegen. Aber auch die deutsche Insel Helgoland ist ein Sondergebiet, das nicht zum Zoll- und Steuergebiet der EU gehört. Weniger bekannt ist die Region Büsingen am Ufer des Hochrheins, eine deutsche Exklave in der Schweiz, die zum Schweizer Zollgebiet gehört. Italien hat ebenfalls ein paar Exklaven in der Schweiz mit Sonderreglungen. Auch der Berg Athos in Griechenland (Zentralmakedonien im östlichen Teil von Griechenland) gehört als autonome Mönchsrepublik unter griechischer Souveränität zwar zur EU und zu deren Zollgebiet, jedoch nicht zum Mehrwertsteuer-Gebiet der EU. Manches in der EU ist halt kompliziert. Aber die Berücksichtigung der großen Entfernungen ist schon gerechtfertigt.

 

Die DGT, für die bei den Fahrzeuginspektionen eine Gebühr eingezogen wird, ist eine zentrale Körperschaft des spanischen Verkehrsministeriums. Ihr obliegt die Regulierung der Verkehrssicherheit (auch z.B. die Geschwindigkeitsüberwachung), der Fahrzeugzulassungen und der Fahrerausbildung. Finanziert wird die Behörde durch Gebühren (bei der ITV-Inspektion) und durch Bußgelder (die „Multa“, die die Guardia Civil bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und anderen Verkehrs-Verstößen verhängt). Bußgelder für falsches Parken und andere Verstöße verhängt auch die örtliche Polizei (Policia local). Die gehen in die Gemeindekasse.



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Reiche Zitronenernte auf unserer Terrasse 


9. Dezember 2021 Beginn "Buenas dias tenerife"

Nachdem wir schon fast einen Monat auf der Insel sind (Anreise am 17. November), wird es Zeit, die ersten Berichte zu schreiben. Von Zeit zu Zeit werde ich berichen, was wir in diesem Halbjahr 2021/22 auf Teneriffa machen.
Größere Wanderungen werde ich wie bisher im Haupt-Blog "Sattel und Schuh" bescheiben.
                                   Die Informationen in den Berichten stammen meist
                                    aus Wikiipedia- und anderen Beiträgen im Internet
                                    ohne Zitierung in einzelnen.

(1) Anreise
(2) Corona-Impfung
(3) Die deutsche Steuernummer und drei Termine für eine Kreditkarte

(1) Anreise

Die Anreise war wie immer problemlos. Vom Flughafen nach Puerto de la Cruz sind wir diesmal mit einem Shuttlebus gefahren.

Sonst haben wir immer für einen Tag einen Leihwagen bei Europcar bestellt, den wir in Puerto abgeben konnten und nicht zum Flughafen zurückbringen mussten. Aber, die Preise für Mietwagen sind „unter die Decke geschossen“. War der Kurzzeit-Mietpreis früher zwischen 40 und 60 EUR für einen Tag, sollte das Auto der kleinsten Klasse jetzt 160 EUR kosten, pro Tag. Auch die Preise für längere Mietzeiten sind deutlich gestiegen. Manche Autovermieter haben derzeit überhaupt keine freien PKW. Der Grund ist: Nach den dramatisch gesunkenen Touristenzahlen wegen Corona haben viele Verleihfirmen ihre Fahrzeugbestände drastisch verringert. Jetzt können sie so schnell nicht wieder aufstocken und reduzieren die Nachfrage durch höhere Preise.

Günstiger wäre ein privater Fahrdienst gewesen, den wir auch schon genutzt haben. Aber die Fahrerin ist eine notorische Impfgegnerin. Mit ihr zu fahren, wollten wir uns nicht antun. Vielleicht denken auch andere potentielle Kunden so und sie überlegt sich die Impfablehnung.

 

Blick von der Terrasse

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(2) Corona-Impfung

Wir haben schon die dritte Corona-Impfung. Vor unserem Abflug aus Deutschland galt noch die 6-Monate-Frist zwischen zweiter und dritter Impfung. Das wäre Ende Dezember gewesen (jetzt könnten wir die Impfung auch schon früher bekommen). Also haben wir uns gleich nach unserer Ankunft über das Impfen in Spanien informiert.

Nach Angaben des Deutschen Konsulats wird man als Deutscher in Spanien geimpft, wenn man am Wohnort angemeldet ist. Die Anmeldung und die dazu gehörende Steuernummer (ohne die man keinen Vertrag abschließen und kein Bankkonto eröffnen kann) haben wir. Aber mit unserer ersten Anschrift. Also sind wir zum Rathaus von Puerto gegangen. Großer Andrang vor der Tür mit allen möglichen Anliegen. Ich konnte aber einem Stadtangestellten fragen, wo wir uns ummelden könnten. „Hoy no“ war die prompte Antwort und er verschwand im Rathaus, kam aber gleich danach wieder heraus und gab uns ein Merkblatt, in dem die beizubringenden Unterlagen aufgelistet sind (auf Spanisch - natürlich). U.a. auch eine Kopie der Steuernummer des Vermieters. Der wohnt in Nordspanien. Die zu bekommen würde dauern. 

Also entschlossen wir uns, mit unserem Steuer-Dokument mit der alten Anschrift zum „Centro de Salud“ zu gehen.

 

Die Gesundheits-Centren sind eine wesentliche Einrichtung des spanischen Gesundheitssystems. Sie sind Hausarzt- und Pflegestationen und koordinieren die Facharzt-Konsultationen. Sie sollen innerhalb von 15, maximal von 30 (Fahr-) Minuten für alle Bürger erreichbar sein.

 

Wir kamen sofort dran, keine Wartezeit!  Ob wir Touristen oder Residenten seien, war die erste Frage. Touristen müssten sich in Deutschland impfen lassen. Wer aber hier wohnt, bekommt alle Impfungen. Unsere Daten wurden in das EDV-System eingegeben (eine elektronische Patientenakte wurde angelegt?). Wir bekamen einen Termin für den 3. Januar. Allerdings fehlte noch die europäische Krankenkarte. Uschi´s Krankenkarte der Barmer-Versicherung war schon eine europäische Krankenkarte. Das sahen wir aber erst zu Hause, als sich Uschi ihre Karte genauer ansah. Wir mussten also noch einmal zum Gesundheitszentrum fahren und die Karte eintragen lassen.

 

Mit der europäischen Krankenkarte bekommt man alle Gesundheits-Leistungen wie in Deutschland (die dann zwischen Krankenversicherungsträgern der EU-Staaten  abgerechnet werden). Man muss aber wie die einheimische Bevölkerung manchmal länger auf Facharzt-Termine warten. Spanier (die es sich leisten können) haben darum oft neben der gesetzlichen Versicherung auch noch eine private Krankenversicherung mit besserem/schnellerem Facharzt-Zugang.

Da die deutschen Ärzte (die es hier zahlreich gibt) alle Privat-Rechnungen ausstellen, empfiehlt sich bei längerem Aufenthalt eine Auslands-Krankenversicherung, die den über die gesetzliche Vergütung hinausgehenden Teil abdeckt. 

Für Privatversicherte gibt es keine europäische Krankenkasse. Die Leistungen müssen direkt bezahlt werden. Wenn ich die Mitarbeiterin des Gesundheitszentrums richtig verstanden habe, kostet die Impfung für Private 13 EUR. Ich kann das aber auch falsch aufgefasst haben. Unsere deutsche Bekannte, die dauerhaft auf Teneriffa lebt, hat als Privatversicherte für ihre Impfungen nichts bezahlen müssen. Ich warte einmal ab, ob es eine Rechnung geben wird. 

Kurz nach unserer Registrierung bekam ich (am Mittwoch letzter Woche) einen Anruf des Gesundheitszentrums. Ob wir schon am Donnerstag oder Freitag zur Impfung kommen könnten. Natürlich konnten wir. Donnerstag, 10 Minuten nach Vier am Nachmittag, sollten wir im Gesundheitszentrum sein. 

Wir waren pünktlich im Gesundheitszentrum. Aber nicht allein. In und vor einem Zelt vor dem Zentrums-Eingang stand eine ganze Traube wartender Impfwilliger. Im Zelt arbeiteten eine jüngere Frau und ein jüngerer Mann (Krankenschwester, Pfleger oder Arzt? Zu erkennen war das nicht). Wir mussten warten. Die genaue Zeitangabe für unsere Impfung war wohl nicht so genau gemeint. Wir haben uns dann ein bisschen vordrängeln können, indem wir die Schwester fragten, ob wir denn auch auf der Liste, nach der geimpft wurde, stehen würden. Ich stand darauf, Uschi nicht. Das machte aber nichts. Sie wurde mit ihren Daten nachgetragen. Ob es die zweite oder dritte Impfung sein sollte? Für die dritte Impfung gab es Moderna, für die erste und zweite Biontech. 

Wir bekamen gleich unsere Impfung. In einer Medizinschale lagen die aufgezogenen Spritzen. Linker oder rechter Ärmel aufkrempeln. Spritzen, Wattetupfer auf den Einstich, erledigt. Wir konnten nach Hause gehen. Ob wir denn kein Dokument bekommen würden? Würden wir bekommen, als E-Mail oder wir könnten es im Centro de Salud abholen. Bis jetzt haben wir noch keine Mail erhalten. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob wir unsere Mail-Anschrift angeben mussten. Wir werden noch einmal zum Centro de Salud fahren, wir haben ja Zeit.

Es ist Winter - der Teide hat Schnee


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(3) Die deutsche Steuernummer und drei Termine für eine Kreditkarte.

Sonst haben wir die Kreditkarten unserer spanischen Bank immer zugeschickt bekommen. Dieses Jahr nicht, also mussten wir zur Bankfiliale in der Innenstadt (die Filiale ganz in der Nähe unserer Wohnung ist leider geschlossen worden, auch die spanischen Banken streichen ihre Filialnetze zusammen). Und hier kam die Frage, wie lange wir auf Teneriffa wohnen.

Den Hintergrund der Frage verstanden wir gleich. Weniger als ein halbes Jahr, war darum klar die Antwort. Wenn man länger als ein halbes Jahr in Spanien wohnt, ist man dort steuerpflichtig. Die spanische Einkommenssteuer wäre für uns höher als in Deutschland. Darum sind wir offiziell auch immer weniger als ein halbes Jahr auf Teneriffa. In diesem Jahr auch tatsächlich.

In dem Fall bräuchte sie die deutsche Steuernummer, so die freundliche Bankmitarbeiterin, die sich große Mühe gab, unser (rudimentäres) Spanisch zu verstehen. Die hatten wir natürlich nicht parat. Wer denkt schon, dass sich eine spanische Bank für die deutsche Einkommensteuer interessiert.  Offensichtlich haben die spanischen Banken die staatliche Anweisung, zu prüfen, ob Steuern gezahlt werden. Es könnte ja jemand in Spanien sagen, er zahle in Deutschland seine Steuern und in Deutschland angeben, er zahle in Spanien Steuern (wenn das so möglich wäre).

Aber, wer hat seine Einkommensteuer-Nummer im Kopf? Wir nicht. Unsere Steuerunterlagen sind in Deutschland. Glücklicherweise hat Uschi eine Kopie unserer letzten Steuererklärung im Computer gespeichert. Damit konnten wir auch unsere Steuernummer sehen und sie der Bank bringen. Das funktioniert aber nicht einfach so im Vorbeigehen. Dafür brauchten wir einen neuen Termin, den wir für eine Woche später bekamen (es gibt – wegen Corona ? – keine Bankschalter, sondern nur einen Info-Punkt, an dem man einen Termin buchen kann – telefonische Verabredung ginge auch). Die Bank-Mitarbeiterin - es war die gleiche wie beim ersten Termin, unsere persönliche Beraterin? – notierte und gab uns einen weiteren Termin. Zur Abholung der Kreditkarten. Drei Wochen später. Klar, die Karten müssen erste irgendwo zentral gedruckt werden, und eine persönliche Übergabe ist sicherer.

Jetzt hoffe ich nur, nachdem in Spanien die Steuerzahlung in Deutschland geprüft wird, dass nicht auch die Halbjahres-Zeit durch Abgleich der Flugdaten ebenfalls überprüft wird … .

Blick in den Garten - wer genau hinsieht, sieht den Fischreiher